#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh#ArbeitsmigrationSerpil Neuhaus

#Gütersloh, 5. Juli 2026

#Serpil #Neuhaus, geborene #Shirin, wurde am 7. November 1947 in #Antalya geboren und wuchs mit 4 Geschwistern auf. Nach der #Volksschule absolvierte sie eine #Schneiderlehre. 1966 wurde sie mit einem zehn Jahre älteren, ihr unbekannten Mann zwangsverheiratet. Nachdem ihr Ehemann bereits als Gastarbeiter in Deutschland arbeitete, lebte sie zunächst bei ihren Schwiegereltern in Izmir. 1967 folgte sie ihm nach Detmold, wo das Ehepaar unter einfachen Bedingungen in einem Fremdenzimmer ohne Sanitäranlagen wohnte.

»In Deutschland fühlte ich mich fremd, ich konnte die Sprache nicht, ich durfte sie auch nicht erlernen!«

Sie arbeitete als Fabrikarbeiterin bei der #Möbelfirma #Grachten. Nach der Geburt ihrer Tochter Nilüfer im Jahr 1968 wurde das Kind auf Wunsch ihres Mannes in einer Pflegefamilie untergebracht, damit sie weiterarbeiten konnte. 1969 floh Serpil aus der Zwangsehe und lebte zunächst bei ihrem Bruder in Reutlingen, später wieder in Detmold. Sie arbeitete als Näherin und Reinigungskraft, fühlte sich in Deutschland jedoch weiterhin fremd.

»Aber #Deutschland blieb mir fremd, ich wollte wieder zurück in die #Türkei

Um wirtschaftlich unabhängig zu werden, absolvierte sie zunächst eine #Ausbildung zur #Pflegehelferin und anschließend zur Krankenschwester. Parallel lernte sie Deutsch an der Volkshochschule und bei #Inlingua.

1977 heiratete sie Rolf Neuhaus standesamtlich in #Bielefeld; die ökumenische Trauung fand in der Apostelkirche in Gütersloh statt. Das Paar zog nach #Gütersloh #Friedrichsdorf und bekam 3 #Kinder. Neben der Familienarbeit holte Serpil Neuhaus Ende der 1980er Jahre ihre #Fachoberschulreife nach und arbeitete später erneut als #Krankenschwester.

»Ich wollte eigentlich immer zurück in die Türkei, aber wegen der Liebe blieb ich dann doch in Deutschland!«

Ab 1992 widmete sie sich verstärkt der Kunst. Sie nahm Zeichenunterricht, absolvierte eine heilpädagogische Ausbildung mit Schwerpunkt Kunst und gründete 1996 eine Gruppe für #Rhythmische #Sportgymnastik in Friedrichsdorf. Gleichzeitig arbeitete sie als Heilpädagogin und Kunstlehrerin. Von 2003 bis 2006 studierte sie Malerei und Grafik an der Freien Kunstakademie im Droste-Haus Verl. Seit 2000 unterrichtet sie freiberuflich in ihrem eigenen #Atelier in Gütersloh, stellt seit 2005 regelmäßig aus und engagiert sich in zahlreichen #Kunstvereinen. Darüber hinaus betreibt sie die Serpil Neuhaus Galerie an der #Hohenzollernstraße.

»Ich sehe die Realität, in der wir leben. Natürlich sehe ich sie auf meine Weise, geprägt durch meinen kulturellen Hintergrund und durch meine persönliche Lebenserfahrung.«

Serpil Neuhaus besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.

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