#KWS #History: #Stadtgeschichte #Gütersloh – #Arbeitsmigration – wir riefen und sie kamen
#Gütersloh, 4. Juli 2026
Der #Koffer gilt als Symbol der Migration im Europa des 20. Jahrhunderts. Er begleitete Vertriebene und #Flüchtlinge ebenso wie Millionen von #Arbeitsmigranten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihre Heimat verließen. Mit einem »Koffer voll Hoffnung« kamen zahlreiche ausländische Arbeitskräfte nach Westdeutschland. Auch die DDR beschäftigte im Rahmen der Arbeitskräftekooperation Menschen aus den sogenannten sozialistischen Bruderländern.
Nach dem #Krieg erlebte #Westdeutschland einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung, das sogenannte Wirtschaftswunder. Zunächst deckten #Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus der #DDR den steigenden Arbeitskräftebedarf. Ende der 1950er Jahre herrschte jedoch Vollbeschäftigung, sodass zusätzliche Arbeitskräfte benötigt wurden. Zwischen 1955 und 1968 schloss die Bundesrepublik Anwerbeabkommen mit #Italien, #Spanien, #Griechenland, der #Türkei, #Marokko, #Portugal, #Tunesien und #Jugoslawien. Sie galten bis zum #Anwerbestopp im November 1973.
Die angeworbenen »#Gastarbeiter« sollten ursprünglich nur vorübergehend in Deutschland arbeiten und anschließend zurückkehren. Das geplante Rotationsprinzip erwies sich jedoch als wenig praktikabel. Die meisten Arbeitsmigranten waren junge Männer aus wirtschaftlich schwachen Regionen, die sich in Deutschland bessere Verdienstmöglichkeiten erhofften und ihre Familien in der #Heimat unterstützen wollten.
Der Weg nach Deutschland verlief meist nach einem festen Muster: Deutsche Unternehmen meldeten ihren Personalbedarf, Bewerber wurden in ihren Herkunftsländern ausgewählt und medizinisch untersucht. Nach erfolgreicher Prüfung erhielten sie einen Arbeitsvertrag und reisten kostenlos mit der #Bahn nach #Deutschland. Die meisten lebten zunächst in Wohnheimen oder einfachen Gemeinschaftsunterkünften. Arbeitserlaubnisse und Aufenthaltserlaubnisse mussten regelmäßig verlängert werden.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der 1973 gegründete Kreis Gütersloh. Die meisten Arbeitsmigranten kamen hier aus Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei und dem damaligen Jugoslawien. Max Frisch brachte ihre Geschichte auf den Punkt: »Man hat #Arbeitskräfte gerufen, und es kamen #Menschen.« Die Biografien stehen exemplarisch für diese Generation – und zugleich für ganz persönliche Lebensgeschichten.
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Foto: Karla-Wagner-Stiftung, Informationen zu Creative Commons (CC) Lizenzen
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